Interview mit Prof. Dr. med. Oliver Tobolski
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Prof. Dr. med. Oliver Tobolski

Professor Tobolski, was versteckt sich hinter dem Begriff SPORTHOMOTION?

SPORTHOMOTION ist ein zusätzliches Angebot unserer Praxisklinik SPORTHOMEDIC, durch das wir präventiv muskuläre Dysbalancen, d. h. Ungleichgewichte von Muskelgruppen detektieren wollen, um Sportverletzungen zu verhindern. Insbesondere im Leistungs- und leistungsorientiertem Sport ist uns aufgefallen, dass vielerlei Sportverletzungen, insbesondere muskuläre Verletzungen, vermieden werden könnten, wenn bereits im Vorfeld Haltungsbeschwerden erkannt und das unsymmetrische Auftrainieren von Muskelgruppen vermieden worden wäre.

Daher ist SPORTHOMOTION, ein hochmodernes Bewegungsanalyselabor, hier entstanden, um unsere sportorthopädische Kompetenz in der Prävention anbieten zu können.

 

Was bewegte Sie dazu, ein Zentrum für Bewegungsanalyse im Herzen Kölns zu etablieren?

Im Grunde war es die Liebe zum Leistungssport. Die Möglichkeit, Sportlern vor einer Verletzung Hinweise zu geben, durch die sie möglicherweise existentiell belastende Verletzungen vermeiden können, hat mich begeistert.

Die langjährige Tätigkeit in der operativen Behandlung von sportlich belasteten Gelenken hat mein Interesse an der Biomechanik geweckt. Im OP konnte ich lernen, dass Achsverschiebungen bzw. Fehlbelastungen teilweise ausgeprägte Auswirkungen auf Gelenke haben können. Daher war es eine besondere Freude, mich in das Thema „Biomechanik“ einzuarbeiten und sehr viel früher – also präventiv – bei Verletzungen ansetzen zu können.

 

Welche Möglichkeiten bietet das Zentrum?

Wir sind in der Lage, den Leistungssportlern bzw. leistungsorientierten Sportlern, aber auch den Breitensportlern bei allgemeinen Problemen des Haltungsapparates lichtoptisch, d. h. ohne jegliche Strahlenbelastung, mit hochmoderner Technologie zu untersuchen und Haltungsprobleme, muskuläre Dysbalancen oder Bewegungseinschränkungen zu detektieren.

Durch diese verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten sind wir in der Lage, zum einen einen Trainingsplan zu erstellen, zum anderen physikalische Therapiemaßnahmen (Krankengymnastik etc.) einzuleiten und diese auch hinsichtlich ihrer Wirksamkeit im weiteren Verlauf beurteilen zu können.

Ein wichtiger Punkt ist die Prävention: Durch ein gezieltes Training erstens in seinem Sport besser zu werden und zweitens Probleme zu vermeiden.

 

An wen richten sich die Dienstleistungen von SPORTHOMOTION?

Sicherlich an den Leistungssportler bzw. leistungsorientierten Sportler, aber auch an den allgemeinen Sportler und den Patienten nach Operationen zur Frage der Belastungsfähigkeit der operierten Extremität.

Durch das breite Angebot sind wir in der Lage, vielerlei Fragestellungen – von der Sportschuhberatung bis zur Sattelpositionierung beim Fahrrad – zu beantworten.

 

Sie sind selbst begeisterter Tennisspieler, konnten Sie ihre persönliche Leistung schon durch die angebotenen Messverfahren verbessern?

Ich mache regelmäßig Analysen meiner Haltung und gehe frühzeitig zum Osteopathen/Manualtherapeuten, um Fehlstellungen behandeln zu lassen. Mein begleitendes Fitness-Training richte ich nach den Werten aus, die bei SPORTHOMOTION erhoben werden.

Dadurch bin ich Gott sei Dank bisher relativ verletzungsfrei gewesen und bilde mir ein, an der einen oder anderen Stelle kleine Verbesserungen herbeigeführt zu haben.

 

Als Visionär, wo sehen Sie das Zentrum in zwei Jahren?

Meine Vision ist, dass in Zukunft Leistungssportler verschiedener Sportarten das Angebot von SPORTHOMOTION nutzen werden. Die Nutzung umfasst zum einen die Trainingsplanung und Trainingssteuerung zur Verbesserung bzw. zur Vermeidung von Verletzungen; aber auch verletzte Sportler, die die Zeit ihrer Rekonvaleszenz möglichst kurz halten wollen (Stichwort „Return to Sports“) sehe ich zukünftig hier in der Untersuchung: Wir möchten belastbare Aussagen dazu schaffen, wann ein Sportler nach einer Verletzung wieder in seinen Wettkampfsport zurückkommen kann.

Meine Vision: Vor Verpflichtung eines neuen Spielers werden bei SPORTHOMOTION die relevanten sportmedizinischen Voruntersuchungen durchgeführt bzw. nach Verletzung die Spieler/Sportler hinsichtlich ihrer Sportfähigkeit untersucht.